Geiz ist göttlich – Auberginenkaviar

IMG_20151020_174340Hätte Gott ein großes Herz er würde Geld in Strömen aus dem Himmel regnen lassen. Aber Gott ist ein geiziger Schwabe und statt Zaster geht lediglich sauerer Regen auf die Erde nieder.

Da bleibt den Erdlingen nur sich selbst zu bereichern. Besonders erfolgreich agieren dabei die Herren in weißen Gewändern, die Wasser predigen und Wein trinken. Ein gewisser Franz-Peter Tebartz van Elst trug bisher das dickste Kreuz um den Hals. Er leitete die Geschicke des Erzbistums Limburg, dass lange Zeit als reichstes Bistum der Bundesrepublik galt. Solange bis Reporter herausfanden, dass Franz-Peter seine Füße unter goldenen Wasserhähnen wusch. Die Empörung war riesig, Franz-Peter musste abdanken, die goldenen Wasserhähne aber sie blieben.

Und damit blieb auch Limburg weiter Stadtgespräch, zumindest im Kollegenkreis. So mancher Pfaffe äugte da argwöhnisch ins Bistum, auf Protz und Prunk der Domstadt: „Wieso scheißen die Gold und ich nicht?“ Seit einiger Zeit wissen wir jedoch: Der Neid traf die Falschen, der Blick sollte vielmehr gen Ostwestfalen gehen.

Denn die Armaturen auf dem Donnerbalken der Paderborner Domkapelle strahlen noch heller. Die Kleriker aus Paderborn sitzen auf göttlichen vier Milliarden Euro. Vier Millarden!!!! 4.000.000.000. Eine wahnwitzige Summe. Und ein ganzer Riese mehr als die Milliardäre aus Limburg besitzen. Platz eins für Paderboring; der Himmel muss verrückt sein. Wie scheffelt man soviel Peseten, ganz ohne göttlichen Beistand?

Veganoraptor investigativ

Aus den heiligen Hallen des Erzbistums drang dazu bislang nichts nach außen. Bislang. Denn exklusiv für Veganoraptor öffnet das Generalvikariat des Bistums jetzt die Geschäftsbücher. Die heiligen Herren lassen tief blicken in ein System, das getrieben ist von Geiz statt Größenwahn. Neben billigen Oblaten und Rotwein von Aldi ist es der strikte Verzicht auf Kaviar, der die Kassen klingeln lässt. Richtig gelesen Kaviar. Die Insignie schlechthin für strotzende Finanzkraft. Pfaffen auf der Sonnenseite des Lebens, die van Elsts dieser Welt, langen da gerne beherzt zu. Im Erzbistum Paderborn verzichtet man dagegen auf Glanz und Gloria aus Fischeiern. Auf den Tellern der Kardinäle geht es deutlich bodenständiger zu, wenngleich nicht weniger schmackhaft. Verzicht übt man hier mit Auberginenkaviar. Auberginenkaviar: wahrlich keine Räuberpistole, die Russen nennen es tatsächlich so.

Wie sooft werden die besten Rezepte aus der blanken Not geboren. Auch dieses Rezept geht wahrscheinlich auf karge Tage zurück, in denen Fleisch rar war. Dabei ist die Idee wahrlich nicht neu: Auberginenpampe gibt es in aller Herren Küche. Im Libanon mit Tahin als Baba Ghanoush, in Indien mit Kichererbsen. Meinem Gaumen schmeichelt die schlichte Variante aus Osteuropa jedoch am Besten. Den Herren aus Paderborn offensichtlich auch.

An die Messer, fertig, los!

Die Zubereitung ist denkbar unkompliziert, die Liste der Zutaten überschaubar. Für einen Homerun sollte man jedoch einige Kniffe beachten:

Der Aubergine ein rauchiges Aroma zu entlocken, ist dabei das A und O. Auf dem Grill klappt das famos. Einfach die Aubergine im Ganzen auf die Holzkohle schmeißen und warten bis sie die Farbe der Kohle angenommen hat. Im Winter behilft man sich mit der Herdplatte. Auch hier gilt: die Eierfrucht in ihrer ganzen Pracht blanko auf die Herdplatte legen. Das gibt eine schöne Schweinerei aber der Genuss entschädigt den anschließenden Putz-Marathon. In beiden Fällen geht es wie folgt weiter: Der Aubergine aus ihrem verkohlten Mantel helfen. Das Fruchtfleisch in ein Sieb geben (Obacht, ein Plastiksieb) und mit einem Plastiklöffel sämtliches Wasser auspressen. Wieso Plastik? Weil Metall das Auberginenfleisch oxidieren lässt und hässlich braun färbt. Und durch Onkel A ist hinlänglich bekannt: braun ist stets scheiße.

Dementsprechend zerlegen wir die Aubergine auch nur mit einem Holzlöffel oder einem Plastikmesser. Rumänien benutzt gar ein eigens zu diesem Zwecke gefertigtes Holzmesser. Auberginen-Priester sollten im Internet danach Ausschau halten. Der Rest geht schnell von der Hand. Das Fruchtfleisch in eine Schüssel füllen und rohe Zwiebelwürfel untermengen. Salz und Pfeffer sind obligatorisch. Erwähnenswert ist die Wahl des Öls. Hier gilt es in jedem Fall zur Sonnenblume zu greifen. Das macht den Geschmack unverwechselbar und unterscheidet die Variante fundamental von Abwandlungen aus dem nahen Osten, die Olivenöl vorsehen. In Rumänien mischt man noch gerne Majonaise unter. In meinen Augen lediglich hübsches Beiwerk, aber darüber lässt sich trefflich streiten.

Das Land von Graf Dracula mischt zudem noch Knoblauch bei. Ein zwei Zehen heben den Genuss und verhindern unliebsame Gäste bei Vollmond.

Abschließend aufgetischt wird mit Weißbrot und Tomatenscheiben. Blinis von Doktor und Doktor Klitschko alias Gebrüder Faust machen sich natürlich auch ganz grandios.

Ein Hochgenuss, der Brieftasche und Störe schont. Amen, liebe Gemeinde!

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