Rustikales auf Rädern die Fortsetzung – Aloo Dosa – Masala Dosa

Truckerkost Klappe II, heute: Bollywood auf der Autobahnraststätte

DSC03841Neulich – tief im Westen, Autobahnkreuz A4 Richtung Schwerte.

Manni, Fernfahrer im besten Alter, klebt im Windschatten. Vor ihm, zwölf Tonnen der Konkurrenz. Zwei Sturköpfe – Ein Elefantenrennen. Kurz vor Oberhausen löst Manni die Handbremse, beschleunigt seinen Boliden auf Tempo Hundertzwanzig und zieht am Rivalen vorbei, den Mittelfinger zum Gruße. Sieg! Was nun? Zehn Uhr schon rum…. Der Magen hängt auf links – bis zur nächsten Frittenschmiede fährt es sich geschlagene fünfzehn Minuten. Keine Chance.

Nächste Raststätte nehm ich mit, knurrt Manni in seinen Schnäuzer. Was, wie heißt die Schmiede? Rastplatz Taj Mahal? Ich dacht hier is Castrop-Rauxel?! Sei´s drum! Zielsicher buxiert Manni seinen Hengst in die Haltebox und steuert Richtung Eingang.

Beim Blick auf die Karte, fällt dem Brummipiloten der Kitt aus dem Gesicht. Nur vegane Kost im Sortiment. Kardamon-Tee und Linsen-Omelette anstelle von Kaffee schwarz und Maurerpraline. Striktes Rauchverbot. Rosenwasser benebelt die Sinne. Manni verfällt in Trance und erinnert sich plötzlich:

Nach Tippfehler bei Google stieß er kürzlich auf einen abscheulichen Blog mit fiesem Layout. Die Burschen boten schwarze Bohnen feil, von einem Trucker aus dem fernen Andenland Bolivien. Vereint im Geiste mit dem Truckerkumpanen fasst Manni sich ein Herz und ordert mürrisch.

Der Tempelguru auf der anderen Seite der Theke erklärt die Rezeptur:

Trucker auf Abwegen heißt Gefahr in Verzug

Dosa , Dosai blablabla sind die Palatschinken Indiens. Ei sowie Glutenfrei und auch für Laktosefaschisten wie Don Vegano höchst tauglich. Pfannkuchen bestehend aus Linsenmehl, Kichererbsenmehl und/oder authentisch mit Reismehl.

DSC03855Wir nehmen zunächst einige Strapazen auf uns, wenngleich der Aufwand lohnt: Ihr werdet mit den knusprigsten Plinsen unter der Sonne belohnt. Vertraut mir.

Es braucht einen indischen Händler im Einzugsbereich bzw. einen gut sortierten Asia Fachmarkt, für den Erwerb von Urid Dal also geschälten Urid Linsen und Kichererbsenmehl.

Sind wir zurück mit der Ware braucht es wiederum Zeit, minimal sechs Stunden. Solange nehmen die Linsen(eine Tasse)ein ausgedehntes Bad. Ist die Zeit rum, spülen wir die Linsen gründlichst unter warmen Wasser ab. Ein Mixer und 2 ½ – 3 Tassen Wasser später haben wir Linsenbrei, welchen wir in eine große Schüssel geben. Nun rühren wir nach Gusto Kichererbsenmehl hinein, solange bis wir einen zähflüssigen Pfannkuchenteig haben.

Konsistenz zufriedenstellend (?) dann Kurkuma mit Bedacht, ganze Kreuzkümmelsamen nach Augenmaß und Bockshornkleeblätter in den Teig geben. Beiseite stellen, Finger weg!

Wir widmen uns mit Hingabe der Füllung: Kartoffeln.

Von der Schale befreien und in kleine Würfel schneiden. Wir geben Öl in eine große Schüssel und kippen die Kartoffeln dazu. Es folgen Kurkuma für die Optik, gemahlener Koriander, Fenchelsamen, Kardamon schwarz oder grün, braune Senfsamen, Chilipulver und Knoblauch. Ist alles vorbildlich vermischt, gehen die Kartoffeln für vierzig Minuten bei 200 Grad ins Feuerholz.

Zurück zum Teig. Wir geben das bevorzugte Ghee Substitut der Wahl in eine Pfanne und lassen zwei Kellen Teig ein. Verstreichen und Deckel auflegen. Bei mittlerer Hitze warten wir eisern bis sich das Omelette selbständig vom Pfannenboden löst. Sind erste braune Stellen sichtbar, ist die Zeit reif umzuflippen. Erneut Deckel drauf und Prozedur wiederholen.

Für ein himmlisch knuspriges Ergebnis, drehen wir den Fladen noch ein zwei Mal bei offener Pfanne um. Warm halten und nächste Runde einläuten.

Sind alle Pfannkuchen ausgebacken holen wir die Kartoffeln aus der Glut und richten an.

Als Pendant zum knochentrockenen Rest, serviert der Guru weitere Hülsenfrüchte im Tomatenmeer. Rajma – nordindisches Kidneybohnen-Curry.

An dieser Stelle ein Tusch auf die Großkosmonautin der laktosefreien Milchstraße – Carola von „twoodledrum“. Ich ziehe meinen Hut vor dieser Komposition. Meine Version sieht lediglich Curryblätter & Frühlingszwiebel anstelle von Koriandergrün vor, rein aus Ermangelung.

Manni, der Linsenprinz ist ebenfalls schwer imponiert. Keine Bohne bleibt auf dem Teller.

Mit AC/DC auf den Ohren und dem Fuß aufm Gaspedal, geht´s zurück auf die Bahn. Ab hier Rückenwind.

Achja, Top 3 Leibspeise, das sollte überzeugen!!!!!

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2 Gedanken zu “Rustikales auf Rädern die Fortsetzung – Aloo Dosa – Masala Dosa

  1. Wenn ich das nächste Mal mit meinem Manta durch Gelsenkirchen heize, halte ich mal die Augen nach Manni offen. Hab hier eine eiskalte Maurerbrause mit seinem Namen drauf.

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