Rustikales auf Rädern – frijoles y tacos de hongo

Truckerkost; erster Halt BolivienDSC03760

Oben kreisen die Geier, unten lauert der Tod. Steil, sehr steil, dreitausend Fuß – mindestens. Ein Abgrund von der Tiefe des Marianengraben. Das eigene Leben begrenzt auf drei matschige Meter Lehmpiste, die sich in engen Serpentienen die Anden hinaufqäulen. Ein Fehltritt, ein falsches Manöver hier und Trucker sammeln ihre Knochen im Tal der Tränen ein, bevor es die Geier tun. Die Strecke schraubt sich höher, bis zu den Gipfeln der Anden, dort wo die Luft dünn und Sauerstoff Mangelware ist.

Wachsam bleiben, keine Schonfrist, bloß immer weiter in der Spur fahren; Coca Blätter beleben Körper und Geist im Kampf gegen die tückische Höhenkrankheit. Gegenverkehr! Bunter Brummi direkt auf zwölf Uhr. Keine Chance auszuweichen.  Zu schmal die Piste – zu breit die zwei Brummis.

Cool bleiben, Nerven bewahren, Plan B. Rückspiegel – Die Fracht auf der Ladefläche nimmt die komplette Sicht. Dann eben blind. 500 Meter im Rückwärtsgang. Gerade bis zur hohen Kante, dort wo die Strecke ihre breiteste Stelle hat. Dahinter nichts! Spiegel einklappen, Trucker grüßen und passieren lassen. Der Höllenritt geht weiter….

Jede Geschichte braucht einen Helden der sie erzählt, unser hört auf den namen Frijoles. Frijoles aus Bolivien. Wie kein Zweiter steuert er seinen Boliden um Schlaglöcher und Autowracks. Völlig unbeiirt vom unwegsamen Gelände klebt der Siebentonner am Hang, geradewegs die Route hinauf. Die gefährlichste Route, die einzige Route mit direkter Verbindung in die Hauptstadt.

La Paz. Millionenmetropole, Molloch und wirtschaftliches Herz des Adenstaates. Die am höchst gelegende Hauptstadt der Welt. Dort bietet Frijoles seine Ware feil. Bohnen.

Ganz so, wie es der eigene Name verlangt. Frijoles ist im Bohnenfieber und weil es in Südamerika Usus ist, Spitznamen zu vergeben, tauft ihn sein Umfeld kurzerhand auf den Namen Bohne.

Sehr schön! Was sich hier ließt wie ein lumpiger Groschenroman, beruht tatsächlich auf einem wahren Kern. Die Story hat sich so oder so ähnlich bei Arte im Nachmittagsprogramm abgespielt. 360 Grad Reportage. Ich bin hellauf begeistert. Mit weichen Knien schleppe ich mich zum Herd. Heute gibt es Bohnen. Und weil ich im Herzen eher ein Mexikaner bin, wechseln wir das Land bleiben aber kulinarisch bei unseren Wurzeln. Schwarze Bohnen aka frijoles negros sind beliebt in ganz Lateinamerika. Kein Wunder, sind es doch die besten Bohnen. Knackiger Biss – nussiger Geschmack.

Dazu gibt es Pilze, die euch aus den Latschen kippen. Tacos de Hongo, das sind Champignons, angemacht mit den üblichen Gewürzen Mexikos, befüllt in Tacos. In meinem Fall selbst gemachte Tortillas. Die Anleitung dazu findet ihr hier. Hätte ich vier Medaillen zu vergeben – well, here we go.

Bohnen zum Wohl, munter und frivol

DSC03763Wir starten asketisch.

Die Bohnen brauchen 24 Stunden im Wasserbad. Bis dahin halten wir strikt Diät. Nur Grünkernmilch und gedünstete Steckrüben. Mit letzter Kraft kommen wir durch, spülen die Bohnen unter klarem Wasser und kochen sie anschließend ein bis zwei Stunden.

Mittlerweile lodert Öl in der Pfanne. Wir geben die gewürfelten Champignons hinein und braten diese scharf an. Das ist der Clou. So scharf das sämtliches Wasser aus den Pilzen entweicht. Haben die Pilze sich auf 1/3 ihrer Ursprungsgröße reduziert, geben wir eine rote Zwiebel dazu. Das ganze brät weitere zwei bis drei Minuten unter großer Hitze. Anschließend Flammen löschen und eine frische Tomate sowie eine Idee Tomatenmark mit in die Pfanne geben.

Deckel drauf, die Tomate Farbe nehmen lassen. Ist der Wandel zu Orange halbwegs vollzogen, kommen scharfes Paprikapulver, Knoblauch in rauen Mengen, Salz und Pfeffer mit zur Mischung. Das ganze köchelt noch weitere fünf Minuten, dann großzügig mit Limettensaft abschmecken und mit Bedacht, frischen Koriander beimengen.

Zurück zu den Bohnen. Sind diese gar, kommt Kreuzkümmel, Limettensaft, Salz und Chilipulver en masse dazu. Kräftig pfeffern und nach Gusto Knoblauch untermengen.

Das war´s soweit. Blitzgericht. Wir befüllen die Tacos/Gorditas/Tortillas mit der Pilzjause, geben Avocadostücke und einen kräftigen Schluck aus der Salsapulle mit hinein.

Die Bohnen richten wir daneben an. Ein paar Korianderblätter und Tomatenscheiben zusätzlich mit an den Tisch bringen.

Buen Provecho! Truckerkost aller erster Güte.

 

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Ein Gedanke zu “Rustikales auf Rädern – frijoles y tacos de hongo

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