Der Plattenpapst kommt aus dem Orient Pt. II – Auberginensalat und Beiruter Bratkartoffeln

AuberginensalatWir setzen unsere Plattenschlacht fort. Fingerfood von den Brettern die die Welt bedeuten. Aubergine steht auf der Agenda. Selbstredend. Jünger respektieren mich als Auberginenpapst.

Mein, ist das Reich der violetten Eierfrucht. Bei ausgelassener Prokrastination inmitten der heißen Klausurphase bin ich auf dieses Rezept gestoßen: Auberginenmanifest. Bemerkenswert ist die Art der Zubereitung. Aubergine wenige Augenblicke in heißem Wasser blanchieren und mit puristischer Besetzung ein Meisterwerk kredenzen. Kann das funktionieren? Aubergine gekocht, ohne die Konsistenz eines nassen Putzlappen aus Boris Besenkammer?

Kein Platz für Zweifler hier! Wer zögert den holt das Rettichmonster! Ausprobieren! Ein Paar Zeilen weiter wird klar, ob das Wagniss ein delikates oder ein desaströses Ende nimmt.

Aubergine – macht blind vor Liebe

Messer wetzen, los! Aubergine grob würfeln und kräftig salzen. Nach einer knappen halben Stunde rinnen Sturzbäche an der Auberginne. Zeit sie unter kalten Wasser vom Salz zu befreien. Die Würfel trocken tupfen, während ihr Wasser in einem Topf aufkocht. Sobald der Siedepunkt erreicht ist geben wir die Würfel hinein. Drei maximal vier Minuten, mehr Zeit gebt ihr der Aubergine nicht, sonst wird´s schwammig. Die Marinade geht ebenfalls schnell von der Hand: Olivenöl aus Garten Eden, vier Esslöffel; zwei Esslöffel Zitronensaft; zwei Knoblauchzehen; Chilis nach Gusto und Petersilie. Viel Petersilie. Glatte. Nicht Mutti´s krause Kost. Aubergine und Petersilie verstehen sich blendend.

Kommen wir zum tragischen Teil der Geschichte : Vier Stunden. Vier quälend lange Stunden, zäh wie das Kaugummi unter eurem Turnschuh. Mindestens. Solange brauchen Aubergine und Marinade für die Eheschließung. Die Zeit überbrücken wir auf dem Sofa, in selbstgestrickten Wollsocken bei einem Glas heißer Grünkernmilch. Oder widmen uns dem zweiten Rezept.

Gericht II geht keine waghalsigen Kompromisse in Punkto Geschmack ein: Ein altbekannter, stets treuer Begleiter meines Häppchen-Karneval:

Bratkartoffeln arabisch interpretiert.

Wie funktionierts? Rohe, fest kochende Kartoffeln in kleine Würfel schneiden.Vier höchstens fünf Hektoliter Öl in einer Pfanne erhitzen. Sobald Rauch aufsteigt geben wir die Kartoffeln hinein. Deckel drauf – Yoga DVD an.Bratkartoffeln erfordern Geduld. Ihr könnt beruhigt zehn Minuten in Kranichstellung verweilen, bis ihr das erste Mal in der Pfanne rumstochert. Auch danach lassen wir die Finger von der Pfanne und suchen unser inneres Gleichgewicht wieder. Das bekommt uns und unseren Kartoffeln bedeutend besser.
Den Prozess wiederholen wir beliebig oft, solange bis es haarig wird.

Solange bis und das Gefühl erschleicht, die Kartoffeln machen es nicht mehr lange mit. Dann ist der richtige Zeitpunkt gekommen, um eine gehackte Zwiebel, eine Prise Kurkuma und scharfes Paprikapulver zu den Kartoffeln zu geben. Das Gemisch verkohlt weitere fünf bis zehn Minuten. Haltet gehackten Koriander bereit, den ihr in den verbleibenden zwei Minuten mitschmoren lasst. Die leichte Ascheschicht bedeutet das alles kross ist.

Höchste Eisenbahn. Auf die Platten fertig los!

Was sagt der Gaumen?

Das schlichte Fazit: Es mundet. Aubergine bleibt weiterhin ungeschlagen.

Ein Rezept für alle, die nach Hedonismus streben. Wenig Zeit am Herd investieren, bedeutet ergo; mehr freie Zeit an der Tafel, um mit guten Freunden der Völlerei zu frönen.

Man beachte lediglich die Aromaphase bei der Abendplanung.

Gleichwohl, will ich nicht verschweigen, dass knusprig gebratene Aubergine noch immer State of the Art bleibt. Guten Hunger!

Haaaarrkkkkk rawrghhhhhh!Genug Aubergine – mehr Rettich!!! Rettichchips statt Kartoffelflips.

Scheiß auf Greesvolts Edamame!

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2 Gedanken zu “Der Plattenpapst kommt aus dem Orient Pt. II – Auberginensalat und Beiruter Bratkartoffeln

  1. Als ob ich Schuld bin an dem Fauxpas! Wenn das Rettichmonster einmal aus dem Kerker ist, gibt es kein Halten mehr.

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